Alles schimpft auf die heutige Jugend, aber fast niemand kam bisher auf die Idee, deren Eltern Nachhilfeunterricht zu geben.

Damit ein Abiturient seinen Abschluss schafft, zahlt Großmutter den Nachhilfeunterricht, weil Tochter und Schwiegersohn keinen Sinn im Abitur sehen. Großvater wird die Nachhilfe verschwiegen, denn er wäre der Meinung, dass das Kind erst mal lernen musss, auf eigenen Beinen zu stehen.

So einen Pflegefall zieht sich jede Familie groß, die im Hinterkopf nach Großmutters Tod Hartz IV im Kopf hat. Jede andere Familie sieht da alle offenen Wege, auch die die mit körperlicher Arbeit verbunden sind.

Besonders heftig ist die Auswirkungen von Patchworkfamilien Multikulti. Die Tochter war mit einem Italiener verheiratet. Er ist wieder zurück in seine Heimat, weil das Herumdoktern der Mutter seinen Horizont überschritt.

Die Mutter zog mit der Tochter vor einiger Zeit in eine kleinere Wohnung aus finanziellen Gründen nachdem sie ihren Sohn vor die Tür gesetzt hatte. Nun thront sie neben ihrer Großmutter mütterlicherseits, die ihren Enkel aus Mitleid aufgenommen hatte und sieht den, in ihren Augen, Nichtsnutz jeden Tag.

Der Junge fühlt sich in der Familie nicht wohl. Deshalb fährt er jeden Tag zu seinem Opa und seiner zweiten Frau, seine Stiefoma. Die einzige, die nicht planlos durch das Leben läuft.

Seine leibliche Großmutter füttert ihn nun seit Wochen durch, er hängt völlig in der Luft. Seine Stiefoma hat Mitleid mit ihm und gibt ihm Taschengeld, damit er sich nicht immer mit seiner Freundin die Abende bei ihr vertreibt.

Was soll nur aus dem Jungen werden? Sein Großvater hatte ihn schon zum Probearbeiten mit auf eine Baustelle genommen, aber körperliche Arbeit war nichts für ihn, obwohl ihm die Stiefoma schon seit Jahren das Fitnessstudio finanzierte und seinen perfekt frisierten Haaren hatte die Arbeit auch geschadet. Vielleicht wäre Friseur was für ihn, aber mit Abitur wäre das für ihn unmöglich.

Seine Freundin, er kennt sie zwar noch nicht sehr lange, aber sie absolviert eine Ausbildung, lebt noch bei den Eltern, ist damit einverstanden, sobald wie möglich mit ihn zusammen zu ziehen. Die Wohnung wäre schon gefunden, 47 Quadratmeter, direkt neben Stiefoma und frei.

Aber das Problem ist bisher die Antragsstellung beim Amt. Welchen Grund gibt es, einem 21- Jährigen eine  Wohnung zusammen mit seiner Freundin, die ein intaktes Elternhaus hat und eine Ausbildung absolviert, zu genehmigen?

Der Grund heißt Großmutter. Sie hat die Schnauze voll von dem verwöhnten Balg und ist nicht mehr bereit ihren Enkel bis in alle Ewigkeit zu ernähren.

Die Mutter flucht über ihn, die Großmutter will ihn soll werden und die Freundin ist nicht bereit schwanger zu werden. Einen anderen Ausweg kennt er nicht um sein Leben zu finanzieren. Was da schief gelaufen ist, wird nun endlich klar.

Der Vater der Kinder ist nicht Schuld. Alle reden immer über den Mann, der die Frau unterdrückt. Über eine Frau, die jahrelang ihren Mann terrorisiert, wird nie gesprochen. Nur über Kinder, die ohne Vater aufwachsen und später viel Mitleid ernten werden, aber keine echte Hilfe bekommen.