Nun ist wieder Zeit für Frühlingsgefühle. Die Hormone außer Rand und Band und keine Gelegenheit zur Regeneration.

Im Zeitalter von Internet ist das doch kein Problem mehr zu regeln ohne deswegen Geschlechtsverkehr in Betracht zu ziehen. Befriedigen kann sich der Mensch auf vielfältige Weise.

Manche brauchen nur ein paar Bildchen sehen und schon kommt es aus ihnen heraus. Andere leben asexuell und wissen auch so  warum sie den Schmerz einer Trennung nicht durchleben möchten. Ein einmaliges Gastspiel am Wochenende ohne gemeinsames Frühstück soll besser funktionieren als 7 Tage die Woche mit einem unpassenden Menschen im Bett aufzuwachen. Bezahlter Sex, eine reale Sache ohne Verpflichtungen.

Aber wie ist das wenn man sich auf fremde Wege begibt und bisher völlig unbekannte Menschen persönlich trifft? 1000 Dinge gehen durch den Kopf: Ist die Kleidung passend, habe ich ein unaufdringliches Parfüm gewählt, was trinke ich am besten ohne als Alki gebrandmarkt zu werden, mit was beginne ich das Gespräch?

Nichts ist so langweilig wie ein gekünsteltes Gespräch über nicht vorhandene Qualitäten und schöne Erinnerungen. Aber wer kann da schon von sich sagen, dass er nie in seinem bisherigen Leben einen Fehltritt hatte, noch nie eine Krankheit durchlebte, immer die richtige Partei wählte, arbeitslos war oder niemals sein Konto überzogen hatte?

Viel schöner ist es doch gemeinsam über schlechte Zeiten zu reden als schöne nie vorhandene vortäuschen. Nach unkontrolliertem  Wutausbruch oder wichtigtuerischer Wortwahl während eines ersten Rendezvous eine ehrliche Meinung ins Gesicht zu bekommen ist doch freundlicher als sich jahrelang für die fehlenden Qualitäten des Partners einschränken müssen.

Deshalb wird es auch weiterhin Treffen geben, die sich als vertane Zeit herausstellen bevor das erste Getränk leer sein wird, aber als unerwiderte Liebe auf der Pinnwand in der Nacht erscheinen. Doch Vorsicht, nur weil man gegen das Fegefeuer resistent ist, sollte der Verschleiß an Partnern nicht nach dem Prinzip Kerbholz enden.

Lieber mal etwas ignorieren was wir in freier Wildbahn spontan als niedlich im halbdunklen sehen und warten bis die nächste Stunde geschlagen hat um zu erkennen ob der Lack nicht schon abblättert.