Der erste Fall in der Geschichte der Justiz wirft nun einige Fragen auf.

Seit Jahren fühlte sich Laura B. als Außenseiter in ihrer Familie. Ihre Interessen außerhalb der schulischen Aktivitäten wurden nicht von ihren Eltern unterstützt. Sie war ein sportliches Mädchen, das gerne in einen Turnverein gegangen wäre, ihre Mutter verweigerte ihr die 5 Euro jeden Monat, die sie dafür gebraucht hätte.

Sie war der Meinung, dass es nicht zumutbar wäre jede Woche ein durchschwitztes T-Shirt mehr und eine Hose zu waschen. Ihr Vater wusste nichts davon,denn die Mutter hatte dem Mädchen verboten ihr Leid zu klagen.

Ein weiteres Problem war ihre Fremdsprachenbegabung. Gerne wäre sie während der Schulferien zu einer Austauschfamile ins Nachbarland gefahren um sich zu beweisen wie gut ihre Kenntnisse trotz ihrer jungen Jahre sind.

Die Mutter war dagegen, denn sie hatte keine Fremdsprachenkenntnisse und neidisch auf ihre talentierte Tochter, der Vater konnte mehrere Fremdsprachen, aber die Mutter hatte der Tochter verboten ihr Leid zu klagen.

Um sich ausgewogen zu ernähren, sammelte das Mädchen seit ihrer Einschulung jeden Tag Pfandflaschen. Seit sie, unter großen Protest der Mutter, zu einem Kindergeburtstag eingeladen worden war, der 7. Geburtstag ihrer liebsten Freundin, hatte das Mädchen kindgerechte Ernährung kennen gelernt.

Da ihr Vater jeden Tag erst in den späten Abendstunden von der Arbeit kam und nie daheim aß, wusste er nichts von der schweren Kost seiner Frau, die sie Tag täglich dem Kind zubereitete. Das Mädchen kaufte sich jeden Tag nach der Schule heimlich Obst und Gemüse, das verzehrfertig kaufen konnte.

Als das Mädchen 14 wurde, kam die Entscheidung Religion. Sie wollte gerne endlich getauft werden, die Mutter war dagegen. Dem Mädchen hatte sie verboten ihrem Vater ihr leid zu klagen.

Öfters dachten das Mädchen daran, sich ihren Lehrern anzuvertrauen, aber ihre Mutter hatte ihr verboten, sich über ihr kümmerliches Leben zu beklagen.

Ein paar Tage später ging das Mädchen nach ihrem Pfandflascheneinkauf an einem Haus vorbei, an dem ein junger Mann ein Schild anschraubte auf dem stand: Kanzlei Eike Matzen, Rechtsanwalt für alle Lebenslagen.

Das Mädchen sprach den Mann an und erklärte ihm, mit was für einer  Mutter sie ihre bisherige Kindheit erlebt hatte. Er lächelte sie an und sagte ihr: Mädchen, da bin ich genau der richtige für dich.

Ich hatte einen Vater, der auf übelste Weise durch meine Mutter aus dem Leben gerissen wurde. Deshalb werde ich dir gerne helfen, dein weiteres Leben lebenswert zu gestalten.

Das Mädchen hatte den Mut sich endlich jemandem anzuvertrauen der auf ihrer Seite war.

Niemand steht ihr mehr im Weg, ein Gericht wird sich nun mit der Unzumutbarkeit der Mutter beschäftigen, der Vater wird als Nebenkläger auftreten.