Was bisher nur unter Menschen statt fand, ist nun auch bei Pudding ans Tageslicht gekommen. Die Becherchen stehen alle in Reih und Glied im Regal und sehen sich an. Stumm warten sie auf ihre Käufer. Wer kurz vor dem Verfallsdatum noch im Regal steht, zweifelt an sich selbst. Sind die Flecken so hässlich oder war die Beleuchtung schuld? Niemand wird ihnen antworten.

Sie sind gefangen in ihrer Verpackung und warten auf ein schnelles Ende.

Nun streitet sich der große Puddingerfinder der Flecken mit einem Discounter. Denn der hat angeblich die Flecken im Pudding kopiert und das könnte zu Verwechslungen führen.

Keine Milch der Welt möchte da zwischen den Fronten stehen, kein Zucker dafür aufgelöst werden. Nur die Aromen in den Flecken sind der Meinung, dass sie sich nichts ins Bockshorn jagen lassen sollten.

Sie wissen, dass von ihnen alles abhängt.

Die Revolution des Geschmackserlebnis, fast ohne Kalorien. Kein Grund zur Besorgnis, süchtig wird niemand davon. Bei regelmäßigen Verzehr soll es angeblich auch nicht zum Verlust von Geschmackssinn und Zähnen kommen. Was mir aber bei der Betrachtung der Zutatenliste ganz und gar  nicht einleuchtet.

Ich liebe Zucker, er beruhigt mein Gewissen in der Annahme, dass meine Nerven mich nicht aufregen. Ich mag aber keine in Aroma versunkenen leeren Kalorien, die mir als lustige Flecken verkauft werden.

So stehe ich oft vor den bunten Regalen mit Blick nach oben, Blick nach unten. Rechts die Muttis, die sich mit schnellem Griff entscheiden, ihre Werbeschlugscheißerei an der Kasse zu zahlen, links die tötenden Blicke eines Moproauffüllers, nachdem ich die Packung wieder zustelle und frage: Gibt es das auch von…