Eine damals 16-jährige Türkin entschied sich für eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten bei einer Internistin. Sie schloss ihre Ausbildung erfolgreich ab und wurde übernommen.

Die Internistin wurde 65 und entschied sich die Praxis zu verkaufen, Option an den Nachfolger: Übernahme der gesamten Belegschaft. Ein Arzt, Anfang 30, willigte ein und kaufte ihr die Praxis ab.

Das Gerücht, dass es Ärzten nicht gut geht, stimmt in diesem Fall. Der Arzt spart sich die Kosten für die Kosten für die Zeitschriften im Wartezimmer. Seine Helferinnen bringen ihre eigenen Zeitschriften jede Woche mit, damit überhaupt etwas da liegt.

Die Gehälter werden regelmäßig pünktlich gezahlt, niemand wird entlassen.

Seine  junge türkische Angestellte, bisher immer mit weiblichem Chef, war nie mit Kopftuch zur Arbeit erschienen. Das wollte sie nun ändern und teilte ihrem Chef mit, dass sie nach ihrem Urlaub mit Kopftuch in die Praxis kommen würde.

Ihr Chef sagte nein und sie sagte, dass sie nach ihrem Urlaub nicht mehr Arbeiten kommen würde.

Eine klare Aussage, die dem Arzt  rund 100 regelmäßige Patienten weniger bringen wird. Alle kamen, weil sie dort arbeitete, Familie, Verwandte, Nachbarn.

Heute hat sie ihre Kündigung abgegeben. Sie weiß schon wo sie demnächst arbeitet. Erst mal Urlaub, danach wird sie weiterhin jeden Tag in Richtung Praxis gehen, mit regelmäßigem Blick auf das Praxisschild welcher Name da steht,  nun ein paar Meter weiter, zu ihrer neuen Chefin, die sie auch mit Kopftuch akzeptiert.