Integration

Posted: 28th November 2011 by Mitternacht in Gesellschaftskritisch, Humor, Kopfschütteln, Politik, Satire
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Eine Randnotiz in einer Tageszeitung gibt Rätsel auf. Eine Frau  hatte  5 Jahre die Identität einer gleich alten Frau angenommen. Kennen gelernt hatte sie diese während einer 1- wöchigen Rundreise durch Ungarn.

Die Frau hatte Kontakte zum Rotlichtmilieu in Budapest. Dort wurde das Opfer seit dem festgehalten. Die Frau war nach chirurgischem Eingriff und angepasster Frisur mit Ausweis und gesamtem Gepäck der Frau über die Grenze und nistete sich in der Wohnung der Frau ein. Von dem Tag an lebte sie auf großem Fuß, das Opfer hatte eine gehobene Position bei einer namhaften Bank.

Die Frau hatte keinen Freundeskreis, seit Jahren keinen Kontakt zu Familie und Verwandtschaft, arbeitslos und ohne jegliche berufliche Perspektive.

Niemandem fiel all die Jahre auf, dass es nicht die echte Frau war, sie hatte sich durch ihr schauspielerisches Talent bei ihren Vorgesetzten durchgemogelt bei Fehlern, mit denen sie der Firma schadete. Sie war nie schuld, es wurde ihr immer falsch übermittelt. Ihre Wissenslücken füllte sie durch den persönlichen Kontakt zu unbeliebten Mitarbeitern, die fachlich alles hatten, was ihr fehlte.

Die Jahre brachten ihr auch viel Anerkennung während ihrer Tätigkeit im Unternehmen.Sie war diejenige, die sich aus Neugierde über die Krankheiten der Mitarbeiter kundig machte.

Schamlos wie sie war besuchte sie nach Feierabend krank geschriebene Mitarbeiter mit einen kleine Strauß Blumen in der Hand und erkundigte sich nach deren Befinden. Oft waren sie gar nicht krank.

Sie hatten Nebenjob, die sie oft nur vormittags erledigen konnten, waren mitten im Hausbau oder kannten Ärzte, die ihnen ohne Grund Krankmeldungen ausstellten. Ihr Arbeitgeber schätze ihre Eigeninitiative, lobte sie und ließ  viele ihre angeblich nicht verursachten Fehler vergessen.

Dass sie so lange unentdeckt blieb, war kein Zufall. In ihrem vorherigen Leben hatte sie immer jeden ihrer Schritte dokumentiert. Jeder Besuch bei Behörden, Arztwahl, Friseur, Restaurant, Versandbestellungen, alles wurde ganz genau in ihren Kalendern festgehalten. Nie wusste sie nicht, wann sie wo war. Ein Leben, dokumentiert ein Arztbericht. Und das war auch ihr Verhängnis.

Sie suchte einen neuen Facharzt, am besten jung und neu in der Stadt. Ihr vereinbarter Termin endete in einer Katastrophe. Sie betrat das Behandlungszimmer, ein junger Facharzt, frisch von der Uni begrüßte sie freundlich, neben ihm saß ein älterer Herr, der  ihr als Vater vorgestellt wurde und ob sie etwas dagegen hätte wenn er seinen Sohn bei der Arbeit beobachte.  So wie sie verneinte, fiel es dem Vater wie Schuppen von den Augen.

Aussehen ist leicht veränderbar,  eine Stimme jedoch nicht. Sie war jahrelang bei ihm Patientin und hatte noch einige größere Rechnungen bei ihm offen, seine Erinnerungen und Mahnungen ignorierte sie und als er sich entschlossen hatte endgültig seine Praxis zu schließen, hatte er sich überlegt, dass auch ein gerichtlicher Mahnbescheid kein Geld bringen würde. So saß sie nun vor ihm, er freundlich wie er war, sagte: „Guten Tag Frau… welch eine Freude Sie zu sehen“.

Jedes weitere Wort über ihren weiteren Werdegang soll unausgesprochen sein. Sie hat nun für längere Zeit eine warme Adresse bei freier Kost und Logis.

Ihr Opfer wurde entschädigt und ist wieder eine gern gesehene Kollegin bei ihrer Bank.



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